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Open Password – Donnerstag, den 17. Oktober

#454

Steilvorlagen für den Unternehmenserfolg – ZB MED – Dietrich Rebholz-Schuhmann – Deep Learning – Genomische Informationen – Big Data – Personalisierte Medizin – Patientenprofile – Literatursuchmaschinen – Suchmaschinen Forschungsdaten – Semantische Datenanalyse – Digitale Bibliothek  TU Köln – Technische Infrastruktur – Leitung – Organisationsstruktur – Wissenschaftliche Bibliotheken – Fördermittel – Leibniz-Gemeinschaft

Steilvorlagen für den Unternehmenserfolg

Die Charts sind da

die Charts der Vortragenden auf der Buchmesse-Konferenz „Steilvorlagen für den Unternehmenserfolg“ stehen unter dem folgendem Link zum Download zur Verfügung:

https://fbm.cloud.booklan.de/index.php/s/XAVcnGosiTy74FL

Passwort: Steil2018

ZB MED

Vor „Schärfung unserer Angebote
und unseres Profils“

Prof. Dr. Dietrich Rebholz-Schuhmann ist seit dem 1. Mai Wissenschaftlicher Leiter von ZB MED.

 

Als Informatiker und Mediziner mit internationalen Forschungserfahrungen könnten Sie ZB MED einen Mehrwert bringen. Interdisziplinäre Forschung wie etwa Medizin und Informatik ist sehr reizvoll. Insbesondere die modernen Verfahren, wie z.B. Deep Learning und die Nutzung genomischer Information, führt zu sehr aussagekräftigen Ansätzen der Informationsverarbeitung. Die Erfahrungen aus meiner bisherigen Tätigkeit werden sehr hilfreich sein, entsprechende Technologien gewinnbringend bei ZB MED einzusetzen.

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Perspektiven für Big Data und personalisierte Medizin.

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Blicken wir zunächst über den Tellerrand. Was sind die Perspektiven von Big Data für Sie, die Wissenschaftsgemeinschaft und die Gesellschaft? Mehr Daten und mehr Informationen stellen einen großen Gewinn dar. Die Wissenschaft entwickelt sich weiter und versucht immer komplexere Probleme zu lösen. Ich sehe in der Nutzung großer Datenmengen die zentrale Chance, Fragestellungen zu klären, die in der Vergangenheit unlösbar schienen. Dabei darf man nie aus dem Blick verlieren, dass die Datennutzung zum Wohle der Gesellschaft geschehen muss.

Und die Perspektiven der personalisierten Medizin? Die personalisierte Medizin steckt noch in ihren Anfängen. Wie auch in der Vergangenheit gilt es, neue Verfahrenswege zu finden, die in der Behandlung von Patienten erfolgreich eingesetzt werden können. In der personalisierten Medizin ist es allerdings möglich, diese Verfahren passgenau auf die individuellen Bedürfnisse des Patienten einzustellen. Hierzu ist es erforderlich, Patientenprofile zu erstellen, die eine hohe Detailtreue haben, z.B. bezüglich des genetischen Profils eines Tumorgewebes.

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ZB-MED-Forschung: Suchmaschinen für Literatur- und Forschungsdaten.

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Wie sieht Ihr aktuelles persönliches Forschungsprogramm aus und inwieweit passen Sie dieses an die Erfordernisse von ZB MED an? Meine persönlichen Forschungsinteressen haben sich in den letzten Jahren zunehmend in dem Bereich der semantischen Datenanalyse in den Lebenswissenschaften verdichtet. Hierbei werden Literaturdaten gegen Faktendatenbanken verglichen, um neue Erkenntnisse zu Genen und Krankheitsbildern zu gewinnen. In meiner Anfangsphase bei ZB MED werden allerdings zusätzlich zu den strategischen Planungen eher technische Entwicklungen in den Vordergrund rücken. Es gilt für ZB MED, das solide Fundament einer digitalen Bibliothek auszubauen, ohne die klassischen Aufgaben einer Bibliothek zu vernachlässigen.

Wie lässt sich die Forschung bei ZB MED zusammenfassen und wie sollte sich diese in den nächsten Jahren weiterentwickeln? Im Zentrum der Forschung stehen natürlich Suchmaschinen für Literaturdaten. Darüber hinaus müssen gleiche Dienste für Forschungsdaten aufgebaut werden. Grundsätzlich haben wir das Bestreben, dass Literatur- und Forschungsdaten mittels der gleichen Infrastruktur bedient werden.

Wie wird sich Ihre Lehre mit der Universität Köln entwickeln? Derzeit konzentriere ich mich erst einmal auf die strategische Ausrichtung von ZB MED. Ferner bilden die Mitarbeitergewinnung und das Einwerben von Fördermitteln einen Schwerpunkt meiner Tätigkeit. Meine Vorlesungen werde ich auf Studierende aus den Lebenswissenschaften – insbesondere der Medizin – und aus der Informatik ausrichten. Auch wenn das kaum möglich erscheint, so ist es dennoch hilfreich, Studierenden aus beiden Bereichen eine solide Basis zu verschaffen, wie semantische Daten zum Beispiel als Ontologien erstellt und verarbeitet werden. Immerhin gibt es schon genug verfügbare Daten, mit denen gearbeitet werden kann und die in Projekten bei ZB MED genutzt werden können.

Wie dürften sich die Forschungsergebnisse auf die anderen Geschäftsbereiche bei ZB MED auswirken? Es wäre einfach zu behaupten, dass die Nutzung digitaler Daten in allen Bereichen von ZB MED eine herausragende Rolle spielt. Genauer betrachtet, werden wir die verschiedenen Bereiche von ZB MED so abstimmen, dass wir produktiv bleiben, zum Beispiel im Bereich der Archivierung von Forschungsdaten. Auf der anderen Seite werden wir weiterhin unsere Aufgaben als Ansprechpartner für die Öffentlichkeit in der Versorgung mit Literatur und Daten sowie der Nutzung von heterogenen Daten erfüllen. Dies bedeutet, dass wir genaue Pläne erstellen, welche Funktionen wir zu welchem Zweck erfüllen. Im Idealfall nehmen die Forschungsergebnisse genau die Ergebnisse vorweg, die dann in der Infrastruktur umgesetzt werden.

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Bibliotheken: Publikationen in Kombination mit Forschungsdaten und Metainformationen anbieten.

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Zur Organisation der Leitung als Doppelspitze. Wir haben eine Doppelspitze bestehend aus Wissenschaftlicher Leitung und Kaufmännischer Geschäftsführung. Diese Konstellation hat sich in zahlreichen anderen Forschungsinstituten bewährt. Sie erlaubt es, mehr Freiraum für die Forschung zu schaffen, da zahlreiche administrative und gesetzliche Fragestellungen durch das entsprechende Know how abgewickelt werden können. Forschende würde dies oftmals erheblich von ihren Zielsetzungen und Qualitäten ablenken.

Auch die wissenschaftlichen Bibliotheken leiden unter Budgetkürzungen. Wie will ZB MED mit schwieriger werdenden Rahmenbedingungen zurechtkommen? Bibliotheken werden auch in Zukunft eine wichtige Rolle in der Informationsvermittlung spielen. Zudem dienen sie als Marktplatz für den sozialen Informationsaustausch. Es ist natürlich notwendig, Lösungen für die gegebenen Rahmenbedingungen zu finden. Bibliotheken werden komplexere Aufgaben übernehmen, die über die reine Literaturversorgung hinausgehen. So ist es bereits in Vorbereitung, wissenschaftliche Publikationen in Kombination mit den verfügbaren Forschungsdaten und zusätzlichen Metainformationen anzubieten. Ein weiteres Tätigkeitsfeld besteht darin, dass Autoren ihre Publikationen und Forschungsdaten mit Hilfe von Bibliothekaren in komplexen Infrastrukturen ablegen.

Sind Sie teilweise schon fit für Ende 2019, wenn die Bund-Länder-Finanzierung zu Ende geht? Was sollte bis dahin erreicht werden? Bis 2019 werden wir unsere internen Arbeitsprozesse optimieren, die Informationsdienste modernisieren und spezielle Projekte aufsetzen, die innovative Lösungen im Bibliotheksbetrieb verankern. Wir haben uns bereits innerhalb aller Bereiche bei ZB MED darüber abgestimmt, was unsere Ziele sind. Zum gegenwärtigen Zeitpunkt ist es daher erst einmal am spannendsten, zu klären, zu planen, umzusetzen und zu beobachten, was wir in den nächsten neun Monaten schaffen. Darüber hinaus bin ich mit meinen Kolleginnen und Kollegen zu fast jedem Zeitpunkt in die Erarbeitung neuer Fördervorhaben involviert. Diese Projekte und die entsprechenden Fördermittel stellen einen Teil der künftigen Arbeiten dar.

Und bis 2021, damit die Rückkehr in die Leibniz-Gemeinschaft gelingt? Derzeit ist unsere Hauptaufgabe, unsere Angebote und unser Profil zu schärfen. Natürlich wäre es für uns eine erstrebenswerte Lösung, unsere Aufgaben als ein Institut in der Leibniz-Gemeinschaft zu erfüllen. Hierfür ist unsere Neuausrichtung unabdingbar und somit werden wir uns erst einmal auf unsere Ziele konzentrieren. Zu gegebener Zeit, das heißt, nach getaner Arbeit, wird dann geprüft, ob wir ein würdiger Partner für die Leibniz-Gemeinschaft sind.

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