Open Password – Dienstag, den 10. Januar 2016
#143
Informationswissenschaft: Zukunft, Relevanz und Nutzen – Heinz Marloth – Information Professionals – Winfried Gödert – Hochschule Darmstadt – Creditreform – Beraterbörse – TIB – ZB MED – ZBW – Non-Textual Information
Zukunft, Relevanz und Nutzen
der Informationswissenschaft
Briefe
Kann die Informationswissenschaft
eine Zukunft haben?
Ein diskursiver Wettstreit
um den einzuschlagenden Weg
findet nicht statt
Kernfragen für eine etwaige Trendumkehr
Lieber Herr Bredemeier,
unser Dialog über die Zukunft der Informationswissenschaft gehört für mich zu den positiven professionellen Begebenheiten des Jahres 2016 und ich würde mich über eine Fortsetzung freuen. …
Ich glaube nicht, dass es durch das weitere Abfassen von schriftlichen Beiträgen, gelingen wird, Bewegung in die Situation zu bringen. Es muss ja nicht nur ein Ruck durch die Profession gehen, es muss eine neue Kultur und ein neues Qualitätsbewusstsein vereinbart und – wichtiger – gelebt werden. Ist die dafür erforderliche Bereitschaft, sind die notwendigen Voraussetzungen tatsächlich vorhanden?
Es gab ja schon in der Vergangenheit Reflexionen über das Thema, denen kein Erfolg in Richtung Konsolidierung beschieden war. Hierzu gehört unter anderem das umfangreiche Konvolut:
Marloth, H.: Thesen über die Beziehungen zwischen Informationspolitik, Informationswissenschaft und Informationspraxis: Saarbrücker Thesen.
Unter: http://saar.infowiss.net/fachschaft/bufata-1996/thesen-heinz-marloth/.
(Vortrag vor der Bundesfachschaftstagung Information und Dokumentation auf dem Jahrestreffen am 7. Juni 1996 in Saarbrücken. Mit einem historischen Abriss der Entwicklung der Informationswissenschaft in Deutschland).
Das ist nun zwanzig Jahre her. Was wirkt davon nach, was ist noch bekannt? Nicht alles dort zu Findende war unterstützenswert, das übliche aufgeregte Geplänkel hat ja auch stattgefunden. Ein wenig mehr Nachhaltigkeit hätten die Inhalte dieser Initiative aber verdient gehabt. Die sich fortsetzende Teilnahms- und Sprachlosigkeit bleibt erst einmal ein unergründliches Phänomen. …
Ich bin weit davon entfernt, die Existenz der Informationswissenschaft als Disziplin für selbstverständlich zu halten. Nischenbereiche leben immer davon, dass die Kernbereiche sie leben und Aufgaben bearbeiten lassen. Ist der Nischenbereich dazu nicht mehr in der Lage, kann er keine Ergebnisse mehr bieten oder kann der Kernbereich es selbst tun, dann ist ein natürliches Ende der Nische markiert. Nicht der Kern muss die Nische legitimieren, das muss die Nische schon selbst schaffen. Von einer Informationswissenschaft zu sprechen, war schon immer eine künstliche Denkfigur; es gab nur Zeiten, in denen der Substanzmangel dank des grassierenden Schaffens von Querschnittdisziplinen nicht so aufgefallen ist. Nun gibt es den Druck von außen und kein Guthaben, das in Gegenwehr umgemünzt werden könnte.
Derzeit sehe ich die Eckwerte:
1. Es gibt unterschiedliche Auffassungen und Interessen, ob eine neue Fundierung nötig ist, damit man weiter von einer Disziplin sprechen kann.
2. Unter denen, die eine neue Fundierung für erforderlich halten, gibt es unterschiedliche Auffassungen über die Frage der möglichen Profilierung und des einzuschlagenden Weges.
3. Ein diskursiver Wettstreit über die Fragen findet nicht statt.
Insbesondere letzteres ist bedenklich, ein reines „Weiter so“ wird nach meiner Einschätzung das Ende einer Informationswissenschaft als eigene Disziplin herbeiführen, eigentlich das schon vollzogene Ende nur bestätigen.
Für eine Trendumkehr bleiben Kernfragen zu beantworten:
– Soll es eine Informationswissenschaft geben?
– Für welche Themen sieht man so viel Gestaltungspotenzial, um dafür die wissenschaftliche Meinungsführerschaft übernehmen zu können?
– Welchen Ort sollte eine Informationswissenschaft in einer Systematik der Wissenschaften haben?
– Welche Funktion soll sie für Angehörige und Praktiker des Faches haben?
– Welche Rolle soll sie im Rahmen gesellschaftlicher Diskurse spielen?
Wie gesagt, man muss auf diese Fragen keine Antworten geben und kann trotzdem eine Berufsfeldidentität entwickeln. Die müsste dann allerdings auf die Unterstützung einer eigenen affinen Disziplin im Kanon der Wissenschaften verzichten. Schließlich gibt es viele geachtete Berufsfelder ohne einen akademischen Hintergrund. Mein Verdacht ist allerdings, dass Information Professionals es dann noch schwerer haben werden, sich gegen partiell besser qualifizierte Vertreter anderer Disziplinen abzugrenzen und ihre formalen Statuserwartungen eingelöst zu bekommen. Die Zugehörigkeit zu einer Disziplin und entsprechende Abschlüsse definieren ja immer auch einen formalen Schutzraum.
Herzliche Grüße Winfried Gödert
Hochschule Darmstadt
Zwei Professouren für Broadcast-Produktion und -Redaktion frei
Sehr geehrte Damen und Herren,
am Fachbereich Media der Hochschule Darmstadt sind zurzeit zwei Professuren ausgeschrieben die evtl. in den größeren Kontext passen.
– Professur Broadcast/Produktion und System Design-
Professur Broadcast/Redaktion und Rechteverwertung.
Details entnehmen Sie bitte der Stellenbeschreibungen, die unter https://www.h-da.de/hochschule/arbeiten-an-der-hochschule/stellenangebote/professuren/ zu finden sind.
Mit freundlichen Grüßen Martin Streit, h_da – Hochschule Darmstadt
Creditreform
Beraterbörse strebt
rapides Wachstum an
Für seine frischgegründete Beraterbörse www.beraterboerse.com möchte Creditreform möglichst rasch „eine vierstellige Größenordnung“ an registrierten Beratern erreichen. Mittelfristig soll sei „die größte Plattform sein, die nicht an ein Förderinstitut oder an einen Berufsverband gebunden ist“. Die Nutzung ist frei, für die Einstellung eines Leistungsprofils wird eine geringe Jahresgebühr verlangt.
Die Berater formulieren ihre Profiel frei, auch wenn Creditreform Angaben zu Berufs- und Beratungserfahrungen, Aus- und Weiterbildungen, Zusatzqualifikationen, Mitgliedschaften und Branchenkenntnisse als sinnvoll ansieht. Die Beraterbörse behält sich vor, die Beratungsqualität eines registrieren Unternehmensberaters zu prüfen. In einem exklusiven Teil der Plattform für die Berater können diese mandatsspezifisch prüfen, welche Leistungs- und Lösungsangebote von Creditreform ihre Arbeit erleichtern und qualitativ absichern
TIB, ZB MED, ZBW
Software and Services for Science
Die Technische Informationsbibliothek (TIB) organisiert in Partnerschaft mit ZB MED und ZBW am 10. und 11. Mai 2017 die 2nd Conference on Non-Textual Information unter dem Titel „Software and Services for Science“ in Hannover.
Themenschwerpunkte sind Nachhaltigkeit und Referenzierung von wissenschaftlicher Software, Trends in der Programmierpraxis und dem Austausch von Software sowie rechtlichen Aspekten. Die englischsprachige Konferenz bietet ein Forum für den Austausch zwischen Infrastruktureinrichtungen und den Anforderungen, Erwartungen und Bedürfnissen an wissenschaftliche Software in der Praxis. Weitere Informationen unter www.nontextualinformation2017.de
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