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Open Password: Freitag, den 27.05.2016

Information Professionals Unite: Warum diese Revolution ausfallen wird

Absage an eine zentral gesteuerte Kommunikation der InfoPros

Mögliche Szenarien für eine geschlossene Kommunikation der InfoPro

Antwort von Michael Klems an Stefan Zillich

Stefan Zillich denkt in seiner Antwort auf meine Ausführungen über eine zentrale Organisation unter dem Motto “Information Workers Unite” nach. Diese Organisation soll als Stimme der Information Professionals Informationen an Entscheider in Politik und Wirtschaft lenken. Ich kann mir eine solche Organisation nur schwerlich vorstellen, da die Rahmenbedingungen meiner Meinung nach hierfür nicht vorhanden sind.

Hausaufgaben erledigen wir bitte erst einmal selbst

Viele InfoPros sind schwer beschäftigt. Im externen Umfeld haben verschiedene Kollegen feste Bindungen zu Kunden oder als Ausgründungen zum bisherigen Arbeitgeber. Das Tagesgeschäft ist ein Monstrum und lässt kaum Zeit für andere Aktivitäten. Hieraus erklären sich einerseits die fehlenden Marketing- und Publishing Aktivitäten der externen Kollegen. Im Inhouse Geschäft ist es übrigens nicht anders. Die Abteilungen ächzen unter Personalmangel und Projekten ohne Ende. Absagen an die Tätigkeiten und damit verbundene Auflösungen haben meist nichts mit der Notwendigkeit dieser Dienstleistung zu tun. Aufgelöst oder gekürzt wird meist, weil das Kerngeschäft des Unternehmens vor dem Niedergang steht (Beispiel: Digitalisierung bei den Banken oder Versicherungen).

Bereits in meiner ersten Antwort hatte ich einer zentralen Marketing- und Publishing-Arbeit über einen Verband oder “whatever” eine Absage erklärt. Dieser “Coach-Potatoe” Ansatz über das bequeme Delegieren eines Marketings von externen Playern kann man gerne haben. Dies jedoch unter der Aufnahme eigener Ressourcen in Form einer PR- oder Marketing-Agentur.

Weitaus besser und wichtiger ist das Erlernen dieser Fähigkeiten auf eigene Kappe. Dies sind zwingende Hausaufgaben die jeder Information Professional für sich extern oder auch intern drauf haben muss. Sei es über verschiedene Marketingmaßnahmen:

  • klassisches Marketing per Budget
  • Content Marketing
  • Online Marketing

Die internen Kollegen müssen die folgenden Schritte beherrschen:

  • Aufbau einer Abteilungsübegreifenden Reputation
  • Networking digital und menschlich
  • Marketing bei Stakeholdern im Konzern / Unternehmen

Auf diese Weise wird der Nährboden für eine Wahrnehmung auf allen Äckern die es zu beackern gibt geschaffen. Im nächsten Schritt kann man über kleine Schritte einer Lobby-Arbeit nachdenken.

Einen Namen machen und Bekanntheit schüren

Ist die Fläche soweit vorbereitet die man nun mit einer Aussaat (Seeding) bearbeiten möchte werden die nachfolgenden Maßnahmen zu einer hohen Aufmerksamkeitsrate und Verbreitung sorgen:

  • Events und Kongresse
  • Studien und Umfragen
  • Content Marketing für die Branche

Wenn sie als Information Professionals lebendige Beispiele suchen, so ist eine Orientierung an den Digitals und der “re:publica” möglich.

Warum “vereinen” — gibt´s Ärger oder Probleme?

Für mich stellt sich als “freier” Information Professional die Frage, wo sich das “Unite = Vereint” stellt. Das “Wie” möchte ich in diesem Beitrag noch nicht herausstellen.

Schaut man sich die Bedarfsfelder einmal an, so ergeben sich folgende Ansätze die gerne ergänzt werden dürfen:

  • Fachlicher Austausch unter den Information Professionals
  • Gegengewicht zu Entwicklungen bei Hosts (Preise, Technik)
  • Gesellschaftspolitische Gesichtspunkte

Nur weil Anwender den für sich bequemen Weg des Do-It-Yourself in der Recherche gehen und mit der Eingabe in eine Suchschlitzmaschine glücklich sind — ist noch kein Grund für ein “Unite” gegeben. Diesen Marketing- und Verkaufs-Topic müssen die Information Professionals für sich selbst mit dem Kunden auskämpfen. Eine übergreifende Organisation wird immer zu starr und unflexibel auf den schnellen Wandel des Digitalisierungszeitalter reagieren.

Auch das Retten von Information Professionals bei einem Niedergang aus wirtschaflicher Sicht widerspricht dem “normale Leben” in der Marktwirtsschaft. Soviel Kapitalismus oder Darwinismus im Wettbewerb muss sein.

Zu meinen Punkten 2 und 3 kann ich mir bei einer Behinderung der Berufsausübung durch einen Anbieter von Informationen, aber auch durch eine gesellschaftspolitische Entwicklung eine Interessensvertretung vorstellen. Hier sind die aktuellen Ereignisse aber aktuell noch pro-aktiver für den Information Professional. Das Rechtsberatungs-Monopol weicht auf und auch die Manifestation von Unternehmensberatern wackelt. Hier ergeben sich aktuell mehr Chanken als Risiken für Information Professionals.

Die Revolution fällt aus mangels Zeit

Das Anstossen von Impulsen über Publishing ist genau der richtige Weg. Hier wäre eine Pro-Aktive Haltung des Autoren in Sachen “Information Workers Unite” weitaus zielführender. Auf diese Weise würde sich schnell herausstellen, dass viele Kollegen keine Zeit haben, das Banner des Berufes vor sich herzutragen. Sollte es anders sein, so überraschen sie mich und die Branche bitte. Vielleicht findet sich eine Keimzeile für diesen Ansatz. Die Teilnehmer sollten den Standpunkt des “Machen und Tun Wollen” vertreten. Andernfalls holt eine solche Gruppe das gleiche Schicksal, wie die DGI ein, die immer wieder ein Engagement der Mitglieder einfordert. (siehe hierzu der Kommentar des Vize-Präsidenten im DGI-Blog).

Das schwierige Unterfangen des Motivierens der Kollegen in Form von Fachbeiträgen gehört zum Tagwerk von Willi Bredemeier und meiner Wenigkeit für Open Password. Hier können weitere Kollegen den Weg von Stefan Zillich beschreiten und über offene Beiträge den Austausch suchen.

Im Grundsatz bleibt ein Engagement für die Branche lobenswert. Gerne können sie sich als Leser in den Austausch von Stefan Zillich und meiner Person gerne einschalten.

Dieser Beitrag ist auch lesbar auf MEDIUM – https://medium.com/open-password/information-professionals-unite-warum-diese-revolution-ausfallen-wird-9b95bae53c3#.dn3li1kxb

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