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Open Password – Dienstag,
den 28. Juli 2020

# 795

 

Helga Schwarz – Bernd Jörs – Informationskompetenz und Suche – Universitätsbibliotheken – Online-Katalog – Online Public Access Catalogue – Carol Kulthau – IASIS – Suchverhalten von Studierenden – Informationsvermittler – Schulungen –

BSB Marketing Services – Ruth P. Stevens – BIIA – Corona – Business Events – Virtualisation – Sponsorship – Networking Sessions – Identity Graph – Consumer Records – Proprietary Events – Database Update – Small-group Meetings – Content Marketing – Chatbots – Community Building – Michael Brenner – Multiple Channels – Reverse Append Services

Briefe

Der Studierende will seine Materialien,
und zwar sofort

Quantitative und qualitative Studien zum Suchverhalten und zur Informationskompetenz

Die 80-Jährigen sind nicht klein zu kriegen

Zu: Bernd Jörs, Zukunft der Informationswissenschaft: Über den Grundbegriff der „Information“ ist weiter zu reden und über die Existenzberechtigung der Disziplin auch – Informationskompetenz in den Bibliotheken und in der Informations-wissenschaft – Das Verlangen nach einer verständlichen Wissenschaftssprache, in: Open Password, 9. Juli

Helga Schwarz

Lieber Herr Bredemeier!

Selbst wenn ich kein „Info-Pro“ bin, gibt es doch immer wieder Artikel in Password, die mir besonderes Vergnügen beim Lesen bereiten.

Bein Lesen des Artikels von Herrn Jörs vom 9. Juli über „Informationskompetenz und Suche“ stieß ich auf den Namen Carol Kuhlthau und aus der Vergangenheit stieg die Situation vor mir auf, in der ich diesem Namen schon einmal begegnet bin. Anfang der 90er Jahre schrieb ich an meiner Magisterarbeit über das Verhalten von Benutzern am Online-Katalog in Universitätsbibliotheken (damals noch lokale integrierte Bibliothekssysteme — es gab noch kein Internet) und ein Artikel von Carol Kuhlthau (Inside the Search Process, – IASIS 1991), war genau die Untermauerung meiner eigenen Erkenntnisse. Viele Untersuchungen über dieses Thema hatten quantitativen Charakter; man versuchte, das Verhalten einer möglichst großen Menge von Benutzern zu erfassen, um statistisch zu ergründen, was sie am OPAC eigentlich suchen, hatte Frau Kuhlthau – vermutlich als Erste – eine qualitative Studie durchgeführt, indem sie wenige Benutzer über deren gesamte Studienzeit hinweg immer wieder befragte und Tiefeninterviews machte.

Ihre Ergebnisse deckten sich genau mit dem, was auch ich mit meiner quantitativen Studie erkannt hatte. Benutzerschulung für den OPAC am Anfang des Studiums ist sinnlos. Die Studienanfänger erhalten von ihren Dozenten eine Literaturliste und wissen: Diese Texte stehen im Semester-Handapparat oder sind heute über Links (mit Uni-Lizenz) leicht abzurufen. Die Möglichkeiten des OPAC auszuschöpfen, interessiert sie am Anfang des Studiums meist nicht und sie werden das Gehörte – wenn Pflichtkurs – sofort vergessen.

Carol Kuhlthau hat das Suchverhalten von Studierenden in sechs Phasen eingeteilt (nach dem oben genannten Artikel):

  1. Beginn, Unsicherheit, Materialbedarf vage.
  2. Fortgeschrittene Phase, jetzt wird ein Thema gesucht. Sinnvolle OPAC-Nutzung erforderlich, aber noch kein Ausschöpfen aller Möglichkeiten der Suche. In den Phasen 1 und 2 lassen sich die Nutzer gern von Kommilitonen das Nötigste zur OPAC-Benutzung erklären.
  3. Das Thema für die Abschlussarbeit wird ins Auge gefasst. Aber ist es das Richtige? Zweifel, Konfusion, Frustration. Das angedachte Spezialthema ist immer noch riesig und umfasst Unmengen von Informationen. Deshalb: breite Suche, Abblättern langer Kurzlisten, Entleihen großer Materialmengen. Jetzt am tiefsten Punkt der Verzweiflung wird die individuelle Hilfe eines Bibliothekars gern in Anspruch genommen. Gezieltere Suche, Nutzung aller Möglichkeiten des OPAC (und gegebenenfalls anderer Ressourcen der Bibliothek), und auch Hilfen bei der Online-Evaluierung des Gefundenen werden dankbar aufgesogen.
  4. Das Thema ist endgültig formuliert. Intensive Suche, Beschränkung auf ein Gebiet. Hoffnung!
  5. Sammlung noch fehlender Informationen, Zuversicht, Erleichterung, Abebben der Suche.
  6. Schreiben. Sicherheit, Zufriedenheit.

Man darf nicht vergessen, dass der Bibliotheksbenutzer eben nur ein gelegentlicher Benutzer des Online-Katalogs ist und darf seine Situation nicht mit der eines Informationsvermittlers vergleichen.

Der Benutzer, der ein Katalogbenutzungsproblem hat, möchte direkte, individuelle und nur auf das aufgetretene Problem bezogene Hilfe. Er will ja nicht den Katalog gut benutzen können, er will sein Material! Der Katalog ist nur eine lästige Barriere, die ihn von dem gewünschten Gut trennt. Wenn die Katalogbenutzung erst erlernt werden muss, empfinden dies die Benutzer so, als ob die Bibliothek ihnen Zeit und Energie stiehlt. Aus diesem Grund lehnen Benutzer systematische Schulung ab, selbst wenn sie davon überzeugt sind, dass der Zeitbedarf für die Schulung unter 30 Minuten liegt (Ergebnis einer CLR-Studie). Der Benutzer, der ein Katalogbenutzungsproblem hat, möchte direkte, individuelle und nur auf das aufgetretene Problem bezogene Hilfe.

Meine eigenen Ergebnisse einer kurzen Befragung (nach der Beobachtung des Suchverhaltens bei 500 Benutzern) ergab, dass diejenigen Studierenden, denen das nötigste Wissen zur OPAC-Benutzung von Kommilitonen beigebracht wurde, erfolgreicher bei ihren Suchen und zufriedener mit ihren Suchergebnissen waren, als jene, die einen Kurs zur OPAC-Benutzung gemacht hatten oder machen mussten.

Es hat mich sehr gefreut, von Carol Kuhlthau zu erfahren und dass sie noch aktiv publiziert. Sie ist nur ein Jahr jünger als ich, also auch schon über 80. Vermutlich sind wir aus dem gleichen Holz, alt, in Rente, aber immer noch aktiv und nicht kleinzukriegen. Eine Seelenverwandte.

Viele liebe Grüße Helga Schwarz, Berlin

BIIA

B2B Marketing Strategies for a World
Without Face-to-Face Events

By Ruth P. Stevens, Director, BIIA

The pandemic has taken away one of B2B marketing’s steadiest, most reliable sources of lead generation and customer engagement, on a global basis.What’s to be done?

It’s not easy to replace a marketing channel that represents on average 20% of our marketing mix—with many marketers devoting as much as 60% of their budgets to events. The last pre-pandemic study I saw pegged event marketing usage among B2B marketers at 91%. It’s been an essential B2B marketing tool for decades—even centuries. Why? Business events are simply the most efficient means for enabling face-to-face conversations at scale. But now—we need workarounds. Here are ten ways we can mitigate what might seem like a disaster:

1.Make the most of what’s still here. Many of the B2B trade shows, conferences and meetups already on your calendar are going virtual, so you have plenty of opportunities to still take an active role, for lead generation, and for deepening your relationship with current customers. Ideas:

O Take out sponsorships, to gain visibility and perhaps a speaking slot.

O As an attendee, get active in the chat rooms and networking sessions found in many of these platforms.

O Do some competitive sleuthing in the expo hall.

  1. Pump up your omni-channel marketing. During the pandemic, your customers and prospects could be anywhere, physically. But online, they are literally everywhere.This is the time to get your identity capabilities updated, so you can recognize your targets wherever they are, on whatever device.New “identity graph” technologies are now available to help you develop a consistent experience for your customers, online and off.
  1. Get to know the person behind your business customer. Reach your business contacts when they are working at home. Your business buyers and prospects have personal lives that can add richness to your understanding of their needs and preferences. So, take the initiative to link the consumer record to your business customer files. Not only will you gain unexpected insights, but you will also expand your breadth of communications options.
  1. Create your own proprietary virtual events. Proprietary events are a fast-growing marketing medium, having proven their worth over decades. For current customer marketing, B2B marketers have long operated successful user groups. Many have become more ambitious, organizing public events to both deepen customer relationships and generate new prospects. Your existing client conference calendar can be converted to virtual. Consider launching a public virtual event, to attract new prospects.
  1. Take the opportunity to clean up your customer and prospect records. Review your marketing database to assess its accuracy and completeness.This is a good time to engage a vendor to help you correct errors and fill in the missing elements. Identify any important data that is unavailable from vendors, and conduct survey campaigns to collect what you need.
  1. Deploy small-group meetings. Video conferencing tools are most effective when applied to groups of fewer than ten, when all participant’s faces are visible, and everyone can feel comfortable enough to really engage. This is a perfect medium for small meetings on niche topics of special interest, or a series of invitation-only events on more general topics. Guided by a moderator, attendees can get to know one another and converse, sometimes even more intimately than face to face. Position the event as peers sharing ideas and experiences. Add a short talk by an interesting speaker as an extra attraction. Look at this as a form of content marketing, so make it informative and not sales-oriented.
  1. Expand your webinar and podcast programs. Identify key problems that your customers face, and build content around addressing these problems. Promote the programs through multi-channel communications. Repurpose the content for use in multiple channels: Social media, blogs, email, and more.
  1. Pump up your website chat tools. Chatbots are growing in sophistication and functionality. Take advantage for purposes of customer engagement, data collection, and customer service.
  1. Build a community.This is a strategy proven successful, where you control the ultimate in owned media. Follow the steps in Michael Brenner’s comprehensive guide „The Content Formulato“. Attract targets to a content-rich environment where visitors get answers to their pressing business problems. Look for inspiration at Adobe’sCMO.com, SAP’s Digitalist and Bank of America’s Business Advantage.
  1. Convert your social media followers to multi-channel connections.Very likely you have followers on Twitter and other networks whose names are not in your marketing database. You can access full records of these followers through reverse append services.

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