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Medienjournalismus – die Eigeninteressen zwischen den Schlagzeilen, Eine Inhaltsanalyse der Medienseiten deutscher Tageszeitungen
Branche: Zeitung
Managementbereich: Redaktion
Institut: Johannes Gutenberg-Universität Mainz
Abgabedatum: Januar 2003
Note: 1,7
Seitenanzahl: 146
Abstract:
Wer kontrolliert die Medien? Die Frage nach einer Qualitätssicherung im Journalismus und einem selbstkritischen Umgang der Medien mit ihrer publizistischen Funktion wird immer wieder gestellt. Diese Arbeit erforscht anhand von praktischen Beispielen, inwieweit es Medienjournalisten gelingt, über die eigene Branche, das eigene Medienunternehmen oder Kollegen 'objektiv' zu berichten.
Die Autorin erfasste dazu über ein Jahr die Medienseiten der Tageszeitungen FAZ, SZ, Welt sowie Berliner Zeitung und untersuchte diese auf Themenstruktur, Selbst- und Konkurrenzberichterstattung und Konflikthäufigkeit. In zwei Fallstudien zur Medienethik (Freitod von Hannelore Kohl) und zur Medienökonomie (Fusionen auf dem Berliner Zeitungsmarkt) lie sich die Interessenlage von Journalisten, Medien-PR und Medienmanagern weiter ausdifferenzieren. Fazit: Die Medienseiten verfügen über ein jeweils eigenes Themenprofil. Berichte über den eigenen Medienkonzern und direkte Kollegenkritik sind die Ausnahme. Eine Qualitätssicherung der Medienberichterstattung durch die Beobachtung zweiter Ordnung ist besonders hinsichtlich ökonomischer oder journalistischer Eigeninteressen problematisch.
Neben der Erörterung von sozialen, professionsbezogenen und ökonomischen Eigeninteressen in Redaktion und Medienmanagement stellt die Autorin zur theoretischen Fundierung zudem mehrere Erklärungsansätze zum Medienjournalismus vor.
Inhaltsverzeichnis:
1 EINLEITUNG
2 MEDIENJOURNALISMUS IN DEUTSCHEN MASSENMEDIEN
2.1 Begriffsbestimmung
2.2 Funktionswandel der Medienberichterstattung: Von der Buchkritik zum eigenständigen Ressort
2.3 Medienberichterstattung in Print und Fernsehen heute
2.3.1 Medienressort und Medienredakteure 8
2.3.2 Relevante Medienseiten in der deutschen Tagespresse
2.3.2.1 Medienseite der Süddeutschen Zeitung
2.3.2.2 Medienseite der Frankfurter Allgemeinen Zeitung
2.3.2.3 Medienseite der Berliner Zeitung
2.3.2.4 Medienseite der WELT
2.3.3 Medienmagazine - die Stiefkinder im deutschen Fernsehen?
3 MEDIENJOURNALISMUS IN DER THEORIE
3.1 Aktueller Forschungsstand
3.2 Makro-, meso- und mikrotheoretischer Erklärungsansatz
3.2.1 Die Systemtheorie Selbstreferentialität der Medien
3.2.1.1 Die Funktion der Selbstbeobachtung
3.2.1.2 Eigenlogik des Systemerhalts
3.2.2 Liberal-demokratischer Erklärungsansatz des Medienjournalismus
3.2.3 Die Ökonomie ein organisationsbezogener Erklärungsansatz des Medienjournalismus
3.2.4 Metakommunikation ein Erklärungsansatz der Medienberichterstattung zum Verhältnis Politik und Medien
3.2.5 Die Ökonomik ein akteursbezogener Erklärungsansatz des Medienjournalismus
3.2.6 Zusammenfassung
4 EIGENINTERESSEN IM MEDIENJOURNALISMUS
4.1 Das Eigeninteresse als Nutzenkalkül
4.2 Eigeninteressen der brancheninternen Anspruchsgruppen?
4.3 Interessenvielfalt im Medienjournalismus
4.3.1 Soziale Eigeninteressen - Kollegensolidarität
4.3.2 Berufsgruppenbezogene Eigeninteressen Media-Insiderism
4.3.3 Professionsbezogene Eigeninteressen
4.3.4 Ökonomische Eigeninteressen der Medienmanager und hauseigener PR-Experten
4.3.5 Politische Eigeninteressen
4.4 Grenzfälle der Medienberichterstattung
4.5 Zusammenfassung
5 EMPIRISCHER TEIL: METHODE UND ERGEBNISSE
5.1 Forschungsannahmen
5.2 Gesamte Untersuchungsanlage
5.3 QUANTITATIVE METHODE
5.3.1 Annahmen für die quantitative Untersuchung
5.3.2 Zeitungsauswahl
5.3.3 Stichprobe und Datenerhebung
5.3.4 Inhaltsanalytisches Instrument
5.4 QUANTITATIVE BEFUNDE
5.4.1 Überblick über die Beiträge auf den untersuchten Medienseiten
5.4.2 Inhalte und Themen auf den Medienseiten
5.4.3 Präsenz verschiedener Medien auf den Medienseiten
5.4.4 Berichterstattungsintention der Beiträge auf den Medienseiten
5.4.5 Dargestellte Konfliktparteien auf den Medienseiten
5.4.6 Zusammenfassung
5.5 QUALITATIVE METHODE
5.5.1 Methode
5.5.2 Vorgehensweise und Falldarstellung
5.6 QUALITATIVE BEFUNDE
5.6.1 Fallbeispiel A: Pressefusion auf dem Berliner Zeitungsmarkt
5.6.1.1 Ereignishintergrund
5.6.1.2 Eigen-PR für die eigene Fusion
5.6.1.3 Konkurrenzdarstellung
5.6.1.4 Solidarität mit Kollegen
5.6.1.5 Brancheninsiderberichterstattung
5.6.1.6 Zusammenfassung Fall A
5.6.2 Fallbeispiel B: Freitod von Hannelore Kohl
5.6.2.1 Ereignishintergrund
5.6.2.2 Medienselbstbeobachtung des Normenverstoßes
5.6.2.3 Namentliche und indirekte Kollegenkritik
5.6.2.4 Professionsbezogene Darstellung
5.6.2.5 Zusammenfassung Fall B
6 SCHLUSS
6.1 Zusammenfassende Befunde zu Eigeninteressen in der Medienberichterstattung
6.1.1 Befund 1: Ökonomische Eigeninteressen: PR in eigener Sache
6.1.2 Befund 2: Professionsbezogene Eigeninteressen: Transparenz ohne Eigenverantwortlichkeit
6.1.3 Befund 3: Soziale Eigeninteressen: Abgrenzung von Boulevardjournalisten
6.1.4 Befund 4: Zeitungsunterschiede: Propagandamodell versus Distanz zum eigenen Unternehmen
6.1.5 Befund 5: Brancheninsider sind das bessere Publikum
6.1.6 Befund 6: Blinde Flecken und Selbstdistanz der Medienredaktion
6.1.7 Befund 7: Konkurrenzkritik als Chance des Medienjournalismus
6.2 Das Konzept der Eigeninteressen Fazit
6.3 Ausblick
7 ANHANG
7.1 Tabellen
7.2 Übersicht Konzerne
7.3 CODEBOGEN
7.4 CODEBUCH
8 LITERATUR
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