BranchenThemen Energie und Rohstoffe
Gemäß den jüngsten Beschlüssen zur Energiewende Deutschlands soll der Anteil erneuerbarer Energien an der Stromerzeugung von heute 17 Prozent auf mindestens 35 Prozent im Jahr 2020 steigen. Der politische Ausstieg aus der Kernenergie lässt ihren Anteil am Energiemix bereits jetzt unter die Zehnprozentmarke rutschen. Die Stromerzeugung aus Kernenergie verringerte sich im ersten Halbjahr um 36 Prozent. E.ON, RWE, EnBW und Vattenfall sind die vier großen Energieversorger Deutschlands. Die Energiewende schmilzt ihnen derzeit die einstigen Rekordgewinne weg.
Die BranchenThemen verstehen sich als kompakte Zusammenfassung zu Ereignissen in einer Branche oder einem Marktumfeld. Auf ca. 5 Seiten sind alle relevanten Daten und Fakten zusammengefasst. Auf diese Weise können Branchen- und Märkte schnell erfasst werden.
Die BranchenThemen bieten damit eine schnelle Entscheidungsgrundlage für die Beurteilung von Branchen- und Märkte. Aufwendige Eigenrecherchen entfallen. Die BranchenThemen können direkt online bestellt werden. Sie erhalten die BranchenThemen per E-Mail im Word Format zugesendet.
Erdgas – Im Wärmemarkt gehen Anteile verloren>>
• Aus einem Leck in einer Gasleitung auf der Bohrinsel Elgin in der Nordsee strömt seit dem 25. März 2012 Erdgas.
• Erdgas ist der zweitwichtigste Energieträger für Deutschland, verliert jedoch Anteile im angestammten Wärmemarkt.
• Die Gashändler machen Verluste in der Gasbeschaffung, weil ihr Einkaufspreis aufgrund langfristiger Lieferverträge über dem marktüblichen Verkaufspreis an den Energiebörsen liegt.
Erdöl – Prognosen erwarten weiter steigenden Verbrauch und Preis>>
• Deutschland deckt seinen Erdölbedarf zu über 60 Prozent durch Importe aus Ländern der russischen Föderation, Großbritannien und Norwegen.
• Das Embargo gegen den Iran hat keine gravierenden direkten Folgen für die deutsche Ölversorgung, denn Deutschland bezieht nur 5,7 Prozent seines Öls aus dem Iran.
• Die täglich verbrauchte Menge an Öl war 2011 so hoch wie noch nie, der Ölpreis erreichte prompt ein neues Rekordhoch.
Kraft-Wärme-Kopplung – Kann Gesetzesnovelle den KWK-Anteil puschen?>>
• Mit Techniken der Kraft-Wärme-Kopplung wird elektrischer Strom erzeugt und zugleich Wärme, die zum Heizen (Fernwärme oder Nahwärme) oder für Produktionsprozesse (Prozesswärme) genutzt werden kann.
• Der Anteil des Stroms, der aus Kraft-Wärme-Kopplungs-Anlagen stammt, soll sich verdoppeln und bis 2020 auf 25 Prozent ansteigen.
• Die Energiebranche begrüßte die jüngste KWK-Gesetzesnovelle, hält allerdings die darin vorgesehenen Förderungen nicht für ausreichend, um das Ziel zu erreichen.
Energetische Gebäudesanierung – Wo bleibt das Gesetz?>>
• Die energetische Gebäudesanierung ist ein Baustein bei der Energiewende Deutschlands.
• Insgesamt soll im Gebäudesektor der Primärenergiebedarf bis 2050 um 80 Prozent vermindert werden, so das Ziel der Bundesregierung.
• Die vom Bund geplanten steuerlichen Anreize für private Hauseigentümer hängen seit Monaten im Vermittlungsausschuss fest.
• Hauseigentümer, Handwerksbranche, Bauwirtschaft und Städteplaner warten auf die gesetzliche Grundlage, die die steuerlichen Abschreibungsmodalitäten regelt.
Erdgas – Unkonventionelle Erdgasvorkommen verändern den internationalen Gasmarkt
• Erdgas ist der zweitwichtigste Energieträger für Deutschland. Sein Anteil an der Brutto-Stromerzeugung beträgt fast 14 Prozent.
• Nur elf Prozent des Erdgasverbrauchs fördert Deutschland selbst, 89 Prozent werden importiert, wichtigstes Importland ist Russland mit einem Anteil von 33 Prozent.
• Der technologische Fortschritt ermöglicht den wirtschaftlichen Abbau unkonventioneller Gasreserven. Bislang sind die USA die Pioniere in diesem Geschäft.
Rohstoffe – Armes Deutschland, reiche den Mongolen die Hand!>>
• Eine neue Partnerschaft mit der Mongolei soll die Versorgung der deutschen Wirtschaft mit Kohle und Seltenen Erden ausbauen.
• Der globale Rohstoffboom hält an, gepuscht durch den Rohstoffbedarf der Schwellenländer. Die Bergbaukonzerne fahren wieder Umsätze und Gewinne in Rekordhöhe ein.
• Die fünf größten Minengiganten sind BHP Billiton, Rio Tinto, Vale, Xstrata und Anglo American.
• Die wichtigsten deutschen Unternehmen, die im Rohstoffgeschäft engagiert sind, sind die Deutsche Rohstoff AG, ThyssenKrupp, K+S, Aurubis, Salzgitter.
Wasserversorgung – Menschenrecht und Wirtschaftsfaktor
• Wasser ist ein Menschenrecht, doch jeder siebte Erdbewohner hat keinen Zugang zu sauberem Trinkwasser.
• Das weltweite Wassergeschäft beträgt 466 Milliarden US-Dollar. Die Wassermärkte in Brasilien, Russland, Indien und China wachsen drei- bis viermal schneller als in den Industrienationen.
• Die Deutschen verbrauchen immer weniger Wasser.
• Die Landwirtschaft ist mit 70 Prozent weltweit der größte Wasserverbraucher und verursacht die zunehmende Wasserbelastung mit Pflanzenschutzmitteln und Nitrat.
Erneuerbare Energien – Deutschlands grüne Stromversorgung jetzt und in Zukunft
• Nach den Plänen der Bundesregierung zur Energiewende soll sich bis 2020 der Anteil von Sonne, Wind, Biomasse und Geothermie an der Stromerzeugung in Deutschland von derzeit 17 auf 35 Prozent verdoppeln.
• Bioenergie, also die aus Biomasse gewonnene Energie, hat mit rund 70 Prozent den größten Anteil an den erneuerbaren Energien in Deutschland. Die Geothermie fristet noch ein Nischendasein.
• Zur deutschen Bruttostromerzeugung 2010 trugen die Windkraft rund sechs Prozent bei, die Wasserkraft über drei Prozent und die Photovoltaik rund zwei Prozent.
Kernenergie – Uneiniges Europa
• Deutschland erzeugt seinen Strom zu 22 Prozent aus der Kernenergie, die erneuerbaren Energien liegen bei 16,5 Prozent.
• Jedes der 27 EU-Mitgliedsstaaten entscheidet selbst über seinen Energiemix.
• Frankreich, Spanien, Großbritannien, Polen oder Tschechien stellen Atomstrom nicht grundsätzlich in Frage, Österreich lehnt ihn ab, Deutschland fährt einen Zick-Zack-Kurs.
• Atomstrom erlebt weltweit eine Renaissance.
Erdöl – Libyen und Japan bringen Unruhe in den Markt
• Die sicheren und wahrscheinlichen Ölvorräte zum Jahresende 2010 reichen noch 58 Jahre.
• Die aktuelle Ölpreisentwicklung wird beeinflusst von den Unruhen im Nahen Osten und den Auswirkungen des Erdbebens in Japan.
• Deutschland deckt seinen Erdölbedarf zu rund 16 Prozent aus der MENA-Region; acht Prozent kommen aus Libyen.
• Rohstoffexperten sehen in den aktuellen Ölpreisentwicklungen noch keine grundsätzliche Gefährdung der Weltwirtschaft.
Windenergie – der Ausbau lahmte 2010 auf breiter Front
• Das Windgeschäft 2010 lief unterm Strich weltweit nicht so gut wie erhofft.
• Die deutschen Windkrafthersteller konnten fast ein Fünftel weniger Anlagen neu aufstellen.
• China hat sich weltweit an die Spitze gesetzt und USA und Deutschland abgehängt.
• Deutschland hat nur noch einen Anteil von weniger als vier Prozent am globalen Windgeschäft.
Strommarkt – Nachlassende Wechselbereitschaft der Kunden bremst Wettbewerbsdruck
• Zahlreiche deutsche Energieversorger haben zum Jahresbeginn ihre Strompreise erhöht.
• Die Wechselbereitschaft der Stromverbraucher folgte seit 2006 einem ansteigenden Trend, erlahmt aber jetzt wieder.
• Seit der Liberalisierung des Strommarktes ist die Anbietervielfalt gewachsen, doch verspielen Billiganbieter mit zweifelhaften Geschäftsmodellen das Vertrauen potenzieller Wechselkunden.
• Die Bundesnetzagentur forderte die Stromkunden zu einem stärkeren Wechselverhalten auf, um so den Wettbewerb auf dem Markt zu erhöhen.
Seltene Erden – Im Rohstoffmonopoly um Seltene Erden diktiert China die Spielregeln
• “Seltene Erden” sind Metalle, die für die Produktion vieler Hightech-Produkte benötigt werden. Manche sind unentbehrlich für die Herstellung von Windturbinen, Flachbildschirmen oder Mobiltelefonen.
• China hat sich bei diesen Rohstoffen ein Fast-Monopol aufgebaut. Drastische Handelsbeschränkungen schockten jetzt die Industrieländer, die von den Importen aus China abhängig sind.
• Die Verknappung und Verteuerung der Seltenen Erden trifft die deutsche Wirtschaft besonders bei der Automobilproduktion, dem Windanlagenbau, in der Photovoltaikbranche, bei der Herstellung von Katalysatoren und Energiesparlampen.
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