Jede Branche hat ihren Ausblick und ein wenig Glaskugel-Schauen über die zukünftigen Chancen und Entwicklungen eines bevorstehenden Jahres. Auch für die Information Professionals in Deutschland soll es dies hier im Blog geben, Dabei handelt es sich um meine persönlichen Eindrücke und Wahrnehmungen meiner Kunden und Brancheneinblicke und den damit gefolgerten Entwicklungen. Das Jahr 2016 wird ein ganz klares Jahr der Entscheidungen für die Information Professionals. Hier gilt es meines Erachtens über fünf wichtige Entscheidungen in den kommenden Wochen nachzudenken.

 

Entscheidung Nr. 1 – Soll ich schreiben oder es bleiben lassen?

Eine große Anzahl deutscher Information Professionals publiziert nicht. Das ist auch gut so, denn damit ist genug Raum für Neueinsteiger und auch branchenfremde Queranbieter durch Publishing Interessenten und Kunden auf Online-Angebote zu lenken. Dies ist jedoch nicht mehr so einfach möglich. Die Content Branche spricht mittlerweile bereits von einem Content Schock im Netz. Viele Inhalte ringen um die Gunst des Lesers und Auffindbarkeit. Qualität und Informationen mit einem aktuellen Alleinstellungsmerkmal haben es leichter, als Informationsmainstrem. Eine klare Domäne der Information Professionals, die recherchieren, verdichten und präsentieren können sollten. Persönlich habe ich mich für noch mehr Publishing entschieden. Wer sich 2016 nicht für das Schreiben entscheiden kann, wird viel Geld im Marketing in die Hand nehmen müssen. Wollen Sie 2016 nun mit dem Schreiben beginnen?

 

Entscheidung Nr.2 – Soll ich mich selbst vermarkten oder soll ich es bleiben lassen?

Auch wenn der eine oder andere angestellte Information Professional die Entscheidung Nr.1 als nicht so relevant für sich sieht, so wird dieser Punkt für jeden Mitarbeiter eines Unternehmen immer bedeutungsvoller. Die Selbstvermarktung im Unternehmen als Person, aber auch als Abteilung ist für gefährdete Unternehmensbereiche zwingend notwendig. Kollegen aus dem Finanzsektor können hierzu ein Liedchen singen. In diesem Segment wird es zweifellos noch die eine oder andere unschöne Entscheidung in 2016 geben. Der digitale Wandel wird mit voller Breitseite in der Finanz- und Versicherungswirtschaft zuschlagen. Dem Change und den Umschichtungen werden sich auch die Informationsabteilungen stellen müssen. Wie drückte sich Gunter Dueck in einem Vortrag aus: „Der Kunde ist frisch gesurft“ – wozu bedarf es hier Informationen? Die Entscheidungen sind in vielen Vorstandsetagen bereits gefällt. Die Entscheidung für ein offensives Selbstmarketing als Überlebensstrategie auf dem Jobmarkt ist eigentlich eindeutig. Erscheine oder versinke in der Bedeutungslosigkeit. Wofür werden Sie sich entscheiden?

 

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Entscheidung Nr. 3 – Soll ich mobil sein oder nicht?

Google hat sich bereits entschieden und die Anwender bereits auch. Schauen Sie sich einfach mal in einer Abflughalle, U-Bahn oder in einem Cafe um. Das SmartPhone oder Tablet ist als Arbeits- und Informationsinstrument nicht mehr wegzudenken. Die Zahlen der Online-Zugriffe auf Webseiten sprechen eine deutliche Sprache. Für infobroker.de sind wir mittlerweile locker über 25% mobile Abrufe und gehen strammen Schrittes auf die 30% Marke zu. Jetzt müssen Sie sich entscheiden, ist ein responsives Online-Design für Sie notwendig oder nicht? Keine Angst die potenziellen Kunden werden diese Entscheidung auch ohne Sie fällen. Sie werden es jedoch nicht bemerken. Wann beginnt Ihr mobiler Weg?

 

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Entscheidungen sind nicht leicht zu fällen – tauschen Sie sich mit vertrauten Menschen aus

 

Entscheidung Nr.4 – Soll es mehr als nur Text sein?

Storytelling über Bilder und Video werden noch stärker in alle Informationsbereiche eindringen. In einem Zeitalter der Infomationsübermittlung auf First- Second und Third Screen am Armgelenk sind innovative Informationsformate gefragt. Zum Beherrschen und Gestalten ist hohe Fachkenntnis und Investitionen gefragt. Information Professionals müssen überlegen, ob Sie hier in Ausbildung und Technik investieren wollen. Persönlich sehe ich hier eine große Chance für Quersteinsteiger etablierten Anbietern die Stirn bieten zu können. Auch die Hosts müssen über neue Formate wie Audio- oder Video-Datenbanken nachdenken. Anbieter wie Statista haben bereits im Grafik-Format gezeigt, wie man dröge Statistiken vermarkten und letztendlich verkaufen kann. Wollen sie 2016 in neue Informationsformate einsteigen?

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Entscheidung Nr. 5 – Soll ich nur zuschauen oder mitgestalten?

Zahlreiche Formate und Organisationen warten auf ein Engagement und Mitwirkung zum Vorteil der gesamten Branche. Information Professionals können sich einbringen und siehe Entscheidung Nr. 1 bereits durch das Publizieren die Branche aktiv unterstützen. Mit der mutigen Entscheidung in Arbeitskreisen oder Organisationen oder Vereinen mitzuwirken kann sich vieles verändern und vor allem auch verbessern. Die Sache hat einen entscheidenden Haken: Sie müssen die Entscheidung treffen die Komfortzone verlassen zu wollen.

 

Der Blick auf andere Branchen mit Wirkung auf die InfoPro´s

Information Professionals sind als Dienstleister in und für verschiedenste Wirtschaftsbereiche von den konjunkturellen Entwicklungen abhängig. Interessant ist jedoch die Erkenntnis, dass gerade in Krisenzeiten informationen Hochkonjunktur haben, da viel durchdachter entschiedenen wird, als in einer Hochkonjunktur Phase.

 

Vieles wird 2016 von China abhängen. Stottert hier der Motor, so schlägt dies durch. Deutschland als Exportland ist auf China angewiesen. Interessant werden jedoch auch die Engagements in Afrika zu beobachten sein, da hier China sehr aktiv unterwegs ist.

 

Schlägt der China-Effekt auf Deutschland durch, so werden viele Investitionen in eine noch stärkere Rationalisierung gehen. Die Digitalisierung als Markt-Motor wird dann noch mehr Fahrt aufnehmen. Information Professionals müssen erkennen, wo hier Geschäftsfelder für Serviceleistungen liegen.

 

Innerhalb der Online-Landschaft werden sich Paid Konzepte noch weiter etablieren und festigen. Das Engagement der deutschen Bankenlandschaft in ein Wettbewerbssystem zu PayPal wird das Marketing für kaufbare Dienste und Güter im Netz verstärken.

 

Problematisch zu sehen sind die kostenfreien Angebote rund um den gewerblichen Rechtsschutz und Unternehmensinformationen. Für viele Endanwender sind der kostenfreie Abruf von Bilanzen, Marken- oder Patentinformationen der Grundsatz einer Kostenlos-Kultur mit schwerwiegenden Folgen. Die „Do-It-Yourself“ Online-Ansätze in vielen Unternehmen gehen zu Lasten der Mitarbeiter. Die Informationssysteme verleiten in vielen Fällen zu einer Scheinsicherheit. Fatale Fehlentwicklungen mit erheblichen Kostenrisiken sind die Folge. Problematisch für die Information Professionals: Da zu wenig über diese Folgen kommuniziert und publiziert wird schafft sich Raum für neue Dienstleister. Etablierte Geschäftsbereiche für Information Professionals werden ohne Gegenengagement aufgegeben.

 

Aber auch die Datenbankhosts stehen unter dem gleichen Druck. Kostenfrei mit mehr Aufwand wird sich in den Betrieben unter bestimmten Vorzeichen durchsetzen. Nämlich dann, wenn die Konjunktur schwächelt und die Mitarbeiter nicht komplett ausgelastet sind. Die eigentliche beste Zeit für Information Professionals und Informationssysteme scheitert an nicht ausgelasteten Unternehmen, die es sich wortwörtlich selbst besorgen.

 

Die Zyklen werden immer kürzer und viele Ereignisse lassen sich nur schwer vorhersagen. Ich habe meine Richtung für die kommenden 12 Monate bestimmt und würde mich freuen, wenn Sie Ihren Weg mit einem Engagement für unsere Branche gehen.

 

Ihnen wünsche ich ein erfolgreiches Jahr 2016. Bleiben Sie gesund und innovativ.

 

Es grüßt herzlich

 

Michael Klems

P.S. Wie sieht Ihr Ausblick für 2016 aus? Liege ich daneben? Sehen Sie andere Entwicklungen. Nutzen Sie den Kommentarbereich.

 

Nachtrag

Selbstverst#ndlich haben sich im Netz verschiedene „Digitale Köpfe“ über die Entwicklungen in 2016 gemacht. Hier weiterer Lesestoff mit Mehrwert.

 

Thomas Knüwer – Glaskugelige Kaffeesatzlesereien 2016

Klaus Eck: 7 Trends im Content Marketing 2016

 

Florian Hohenauer: Schneller & virtueller: Kommunikation im Jahr 2016
Florian Blaschke: Fünf Trends für die Kommunikationsbranche 2016